Schwer erhältlich

Schwer erhältlich
21. September 2019 Jasmin Schwarz

Schwer erhältlich

Ja, gibt’s denn so was? Da will man Flaschen bestellen für die große Weinabfüllung vor der Weinlese und dann das: kaum noch Flaschen erhältlich!

Das Bewusstsein für den Umweltschutz merkt man überall. Der Verbraucher möchte z.B. sein Mineralwasser künftig nicht mehr in Plastikflaschen nach Hause schleppen, sondern in Glasflaschen. Definitiv eine gute Sache. Und die Industrie arbeitet stark daran, dem hohen Bedarf an Neuglas gerecht zu werden. Doch leider sind die wenigen Glashütten in Europa dadurch deutlich überlastet.

Aber warum Neuglas? Kann man die Flaschen nicht spülen?
Leider verhindert die moderne Etikettierung mit Selbstklebeetiketten ein sauberes Spülen und so landen die meisten Flaschen unserer Winzerkollegen und Getränkehersteller in der Glasschmelze. Bis auf die Preismünzen bei den Prädikatsweinen, die wir tatsächlich mühselig von Hand abkratzen, verwenden wir noch traditionell, wasserlösliche Leimetiketten. Wir sind somit zwar nicht ganz so flexibel was die Etikettengröße angeht, dafür lösen sich unsere Etiketten ganz einfach ohne Rückstände im Spülvorgang und können in den Kreislauf zurückgeführt werden.

Aber obwohl wir unsere Flaschen recyceln und umweltbewusst spülen lassen, sind wir dennoch zusätzlich auch auf Neuglas angewiesen. Und aufgrund der knappen Ressource Glas hatten wir diesmal kaum genug Flaschen für unsere Jahrgänge 2018. Unglaublich, aber wahr!
Also mussten wir Kompromisse eingehen. Da es unsere Vino-Lok-Flaschen nur noch in der braunen Farbvariante gab, mussten wir z.B. den Roséwein statt in weißen Flaschen, diesmal auch mitunter in braunen Flaschen abfüllen. Auch ein paar Sorten Weißwein werden wir also nicht durchgängig in grünen Flaschen, sondern auch hier teilweise in braunen Flaschen verkaufen müssen. Grundsätzlich hat dies nichts mit dem Inhalt zu tun, sondern ist eine rein optische Angelegenheit. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie plötzlich Unterschiede „sehen“ werden.

Wir hoffen auf das Ende der „Planwirtschaft“ und eine vermehrte Produktion auch für unseren Bedarf. Nichtsdestotrotz sammeln und recyceln wir weiterhin unsere Flaschen. Machen Sie mit!